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Havixbecker Blascorchester

Ein sinfonisches Blasorchester mit langer Tradition

Im März 1878 von musikbegeisterten Männern gegründet, entwickelte sich eine Dorfkapelle im Laufe der Geschichte zu einem sinfonischen Blasorchester.
In den ersten Jahren wurden kirchliche Anlässe wie Prozessionen musikalisch umrahmt und der Kirchenchor begleitet. Später kamen Tanzveranstaltungen und Schützenfeste dazu. Heute widmen sich die ca. 50 aktiven Musikerinnen und Musiker vor allem zeitgenössischen Originalkompositionen für sinfonisch besetzte Blasorchester.

Havixbecker Blasorchster

Ein Großteil der Orchestermitglieder hat seine musikalische Laufbahn in der Musikschule Havixbeck begonnen und ist vom Jugendorchester Havixbeck e.V. ins Blasorchester gewechselt.

Beim 9. Landesorchesterwettbewerb 2015 in Duisburg erhielten wir unter der musikalischen Leitung von Christian Topp in der Höchststufe 23,0 von 25 möglichen Punkten. Die Juroren bescheinigen dem Orchester ein selbstbewusstes und sympathisches Auftreten. Das Blasorchester Havixbeck von 1878 spielt mit einer Qualität und Spielfreude, die begeistert.

Nach dem Tod von Christian Topp wurde im September 2016 Dirk Annema zum neuen Dirigenten gewählt. Mit ihm konnte ein erfahrener und äußerst renommierter musikalischer Leiter gewonnen werden. Seine ruhige, besonnene aber gleichzeitig zielstrebige Art wird das Blasorchester prägen. Orchester und Dirigent sehen einer spannenden und erfolgreichen Zeit entgegen.

Termin: Sonntag, 17. Juni 2018 um 11:00 Uhr (Deutschland spielt erst um 17:00 Uhr gegen Mexiko)
Ort: Lokschuppen der Zeche Westfalen, ggfs. Open Air im Biergarten Flöz (Sponsoren werden noch bekannt gegeben.)
Eintritt: 28,00 Euro

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Ab hier der Langtext zum Havixbecker Blasorchester

Das Blasorchester Havixbeck von 1878 ist in Havixbeck tief verwurzelt und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Alles begann im März 1878. Bäckermeister und Gastwirt Bernhard Wallmeyer gründete gemeinsam mit weiteren musikbegeisterten Männern eine Musikkapelle. Die junge Gruppe musizierte gemeinsam und spielte bei Vereinsversammlungen. Vor allem werden kirchliche Anlässe wie Prozessionen musikalisch umrahmt. Im Jahre 1893 wird der erste Marsch gespielt. Es ist der Marsch „Der Torgauer“. Für einige Zeit gab es in Havixbeck zwei Musikkapellen, die Gesangvereinskapelle und die Kriegervereinskapelle. 1912 führte der Küster und Organist Richard Burgmer die beiden Kapellen zu einem Orchester zusammen. Die Blasmusik erfuhr unter seiner Leitung einen großen Aufschwung. Der Erste Weltkrieg war ein schwerer Rückschlag, doch bereits am 4. Mai 1920 meldete Richard Burgmer eine neue Kapelle an. Er studierte geistliche Musik ein und begleitete den Männergesangverein Cäcilia. Da dieser Musikstil jedoch nicht von jedem Musiker getragen wurde, gab es ab 1923 wieder eine eigenständige Kriegervereinskapelle. Bis zum Zweiten Weltkrieg bemühten sich beide Kapellen um eine musikalische Weiterentwicklung. Doch die politischen Repressalien machten die Vereinsarbeit fast unmöglich. Vereinstätigkeiten ohne politischen Hintergrund waren verboten. Die Gesangvereinskapelle schloss sich der Feuerwehr an und hieß nun Feuerwehrkapelle. Zum ersten Mal erhielt ein Havixbecker Orchester eine Uniform. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Situation schwierig. Das Notenmaterial wurde verbrannt und die meisten Musikinstrumente wurden von den amerikanischen Besatzern mitgenommen. Aus dem Nichts schaffte es Richard Burgmer, inzwischen 66 Jahre alt, im Jahre 1946 die neue Feuerwehrkapelle Havixbeck zu gründen. Vorsitzender wurde Heinrich Hölscher. „Die Zeiten waren hart, die Instrumente sehr alt, das Notenmaterial unbezahlbar. Zudem war der musikalische Leiter Richard Burgmer sehr krank“, weiß die Chronik des Blasorchesters. Die Feuerwehrkapelle stand kurz vor dem Aus. Die Währungsreform besserte die Verhältnisse und die ersten Engagements brachten Geld in die Kasse. Große Erfolge waren in diesen Jahren die Tanzveranstaltungen im Saal der Gaststätte Beumer, das Erntefest und der Maitanz bei Overwaul. Auch Schützenfeste, das Feuerwehrfest in Havixbeck, Ständchen und Beerdigungen gehörten zum Programm der Kapelle. Am 22. Juni 1950 starb Richard Burgmer. Die Feuerwehrkapelle verlor nicht nur einen Dirigenten, sondern auch ihren musikalischen Vordenker und Initiator. Erst im Jahre 1951 fing sich die Kapelle wieder und wählte Josef Holtkötter einstimmig zum neuen musikalischen Leiter. So feierte die Feuerwehrkapelle Havixbeck am 11. November 1953 ihr 75-jähriges Vereinsjubiläum. Die folgenden Jahre waren in musikalischer und finanzieller Hinsicht sehr erfolgreich. Am 23. Februar 1962 beschlossen die Musiker auf einer außerordentlichen Generalversammlung die Trennung von der Feuerwehr und den Anschluss an den Kriegerverein. Von nun an hießen sie „Blaskapelle im Verein ehemaliger Soldaten“. Musikalisch ging es weit über die Ortsgrenzen hinaus. 1970 spielte die Kapelle gemeinsam mit dem Stadtfanfarenkorps Münster in Orleans. Ein weiterer Erfolg war der Auftritt der Kriegervereinskapelle in der Sendung „Musik macht Laune“ im ZDF. Im Herbst 1972 übernahm Günther Mertens, 1. Trompeter des Heeresmusikkorps 13 die musikalische Leitung des Blasorchesters. Er legte großen Wert auf eine systematische und aufbauende Ausbildung der Musiker und des musikalischen Nachwuchses. Schon bald bildete sich unter seiner Leitung ein Jugendorchester, deren Mitglieder den Nachwuchs für die Kriegervereinskapelle sicher stellten sollte. Durch diese Nachwuchsförderung änderte sich der Charakter des Blasorchesters. Erstmals nach fast 100 Jahren spielten junge Frauen und Mädchen in diesem Orchester. Die Namensänderung im Jahre 1985 war nur konsequent. Aus der Blaskapelle im Verein ehemaliger Soldaten wurde das Blasorchester Havixbeck von 1878. Im Mai 1976 nahm das Orchester erstmals an einem Wertungsspiel teil. Die Fachjury schrieb: „Dirigent und Orchester stellen eine Spielfreude unter Beweis, die nicht alltäglich ist und dieser Vereinigung noch viele Erfolge einbringen wird.“ Die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen wurden von Funk und Fernsehen begleitet. Höhepunkt war die Überreichung der Pro-Musica-Plakette, der höchsten Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland für musizierende Vereine. Die Zusammensetzung des Orchesters hatte sich unter Günther Mertens stark verändert. Ein Blasorchester in Harmoniebesetzung war entstanden; ein sinfonisches Blasorchester. 1993 übergibt Günther Mertens den Dirigentenstab an Bernd Mertens. Bereits im Januar 1994 ging es zum Musikwettbewerb nach Prag. Die Jury bewertete das Blasorchester Havixbeck mit einem goldenen Rang und einem Sonderpreis für die beste Interpretation des Pflichtstücks. Weitere hochrangige Ergebnisse bei musikalischen Wettbewerben im In- und Ausland folgten. 1996 vertrat das Orchester das Land NRW beim VI. Deutschen Orchester Wettbewerb in Gera. Es belegte den 9. Platz und gehörte damit zu den Top-10 der deutschen Laien-Blasorchester. Im Februar 2007 ging die musikalische Leitung auf Timor Oliver Chadik über. Der neue Dirigent setzte die Arbeit seines Vorgängers nahtlos fort. Beim Deutschen Musikfest in Würzburg im Mai 2007 erreichte das Orchester beim Wertungsspiel in der Oberstufe mit 97 von 100 möglichen Punkten einen hervorragenden Erfolg. Im November 2009 spielten wir unter seiner musikalischen Leitung unser erstes Kirchenkonzert in der Liebfrauen Überwasserkirche in Münster. Längst sind die Kirchenkonzerte ein fester Bestandteil unseres musikalischen Terminkalenders. Im November 2012 ging der Dirigentenstab an Christian Topp. Seine direkte und anpackende Art trägt schnell Früchte. Beim 5. Deutschen Musikfest in Chemnitz im Mai 2013 erspielte sich das Orchester unter seiner Leitung 94 von 100 möglichen Punkten und im Mai 2014 in Soest beim 6. Landesmusikwettbewerb NRW 92,4 von möglichen 100 Punkten. Beim 9. Landesorchesterwettbewerb 2015 in Duisburg erhielten wir in der Höchststufe 23,0 von 25 möglichen Punkten. Nach dem Tod von Christian Topp wurde im September 2016 Dirk Annema zum neuen Dirigenten gewählt. Mit ihm konnte ein erfahrener und äußerst renommierter musikalischer Leiter gewonnen werden. Seine ruhige, besonnene aber gleichzeitig zielstrebige Art wird das Blasorchester prägen. Orchester und Dirigent sehen einer spannenden und erfolgreichen Zeit entgegen.