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WAS IST SWING?
Wenn wir die ersten Takte von Glenn Millers «In The Mood» hören, wissen wir sofort: das ist Swing. Was aber hebt diese Stilrichtung ab vom Allgemeinbegriff des Jazz?
Jazz hat seine Wurzeln im New Orleans der Jahrhundertwende. Das neue Musikgenre entwickelte sich um 1900 unter den Afroamerikanern, beeinflusst durch Blues und Ragtime, aber auch europäische Militärkapellen. Charakteristisch sind vielschichtige, synkopierte Rhythmen, melodische Harmonien afrikanischer Herkunft und Improvisation. In den 1920er Jahren stieg die Popularität von Jazz rasant an – sowohl in den gesamten Vereinigten Staaten, wie auch in Westeuropa. Trotz Rassismus und Rassentrennung fand Jazz seinen Weg in die Gesellschaftskreise der Weißen.

Zur gleichen Zeit kristallisierte sich Swing als eigene Stilrichtung innerhalb des Jazz heraus. In den 1930er Jahren fand er mit dem Aufkommen der Big Bands zu seiner klassischsten Ausdrucksform: während die Bands des frühen Jazz aus Einzelinstrumenten zusammengesetzt waren, traten Big Bands mit ganzen Gruppen gleichartiger Instrumente auf. So entstand ein dynamischer und voller Klang. Der mitreißende, fließende Charakter des Swing liegt zu großen Teilen an der Betonung des Off-Beats (Akzente auf 2 und 4, statt auf 1 und 3). Die Melodien sind aus kurzen Sequenzen zusammengesetzt, die nach bestimmten Mustern wiederholt werden. Nicht zuletzt zeichnet sich Swing durch seine gute Tanzbarkeit aus. Zahlreiche Swingtänze hatten sich parallel zum Jazz entwickelt und waren nun in der Hochblüte.
Mit den schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen nach dem 2. Weltkrieg neigte sich die Swing-Ära ihrem Ende zu. Obwohl Jazz weiterhin bedeutende Einflüsse auf Musik und Gesellschaft hatte, gerieten die Swingtänze allmählich in Vergessenheit. Erst in den 1980er Jahren gelang es, dem Swing neues Leben einzuhauchen: Tänzer aus New York, Kalifornien, Stockholm und England suchten unabhängig voneinander große Persönlichkeiten des Swing auf, um Informationen aus erster Hand zu erhalten und die Swingtänze zurück auf das Parkett zu bringen.

Heute hat der Swing eine noch breitere Anhängerschaft als zu seiner Glanzzeit. Weltweit gibt es kaum eine große Stadt, die das Swing-Fieber noch nicht erreicht hat. Wir freuen uns, hier in Ahlen einen Teil dieser multikulturellen Großfamilie zu bilden, die trotz aller Verschiedenheiten einen gemeinsamen Geist hat: Swing!

An dieser Stelle werden nach und nach Informationen rund um Swing und die damit verbundenen Persönlichkeiten veröffentlicht, um Interessierten einen Überblick zu verschaffen und eine Grundlage für eigene Nachforschungen zu bieten.

Hier einige Infos zu den einzelnen Tänzen mit kleinen Videos dazu.

Viel Spaß beim durchstöbern !


Was ist Shim Sham? Klicke hier um zu lesen

Der Shim Sham war ursprünglich eine Stepptanzchoreographie, die von Leonard Reed (1907-2004) und Willie Bryant 1928 kreiert wurde. Shim Sham ist eine Art Reihentanz, (linedance), der an die Ursprünge des Swings erinnert. Er gehört zum Repertoire vieler Lindy Hop Tänzer, und wird dort bei vielen Veranstaltungen als Abschlusstanz oder auf dem Höhepunkt einer Feier getanzt. In den späten 1920er Jahren und in den 1930ern kamen am Ende einer Vorstellung alle Tänzer, Musiker und Sänger auf die Bühne und tanzten zusammen Shim Sham. Es gibt nicht eine bestimmte Choreographie, sondern viele verschiedene. Allerdings wenn man eine Gruppe, die aus unterschiedlichen Orten stammen, Shim Sham tanzen sieht, erkennt man viele ähnliche Schritte. Frankie Manning und Dean Collins entwickelten einige Varianten. Frankie Manning verbreitete eine nicht gesteppte Version in der Swinggemeinschaft. Shim Sham ist ein Tanz mit zehn Schrittfolgen, die jeweils 4 Takte dauern. So wird eigentlich nur der erste Teil eines Songs verwendet. Jeder wechselt am Ende zum normalem Swing. Also ….. „ Let’s do the shim shaming“ 😉

Was ist Lindy Hop? Klicke hier um zu lesen

Lindy Hop ist ein Tanzstil, der Ende der 1920er-Jahre in den großen Ballsälen New Yorks zu Swing Musik von Big Bands getanzt wurde. Er gilt als der ursprüngliche Swing-Tanz und ist der Vorläufer der Tänze Boogie-Woogie, Jive und des akrobatischen Rock ’n’ Roll. Seine Wurzeln liegen im Charleston, Jazz-Tanz, aber auch im Stepp-Tanz. Eine besondere Bedeutung kommt dem damals größten Ballsaal, dem Savoy Ballroom in Harlem, zu. Er war für alle Bevölkerungsschichten und Hautfarben offen, wobei sich Lindy Hop so zu einer besonderen Attraktion entwickelte. Bekannt wurde der Tanz durch eine Tanz-Formation der Whitey’s Lindy Hoppers, die diesen Tanz-Stil in den 1930er- und 1940er- Jahren auf die Bühnen und Kino Leinwände brachten. Frankie Manning war lange Zeit der tänzerische Kopf dieser Truppe. Er entwickelte unter anderem die Aerials (Paarakrobatik und Hebefiguren). Lindy Hop wurde zu Big Band-Musik getanzt und erhielt seine typischen Charaktereigenschaften durch sogenannte „Break-Aways“ und vor allem durch den Swing Out, bei dem die Partner umeinander herumwirbeln. Beim Break-Away wurde die enge Paartanzhaltung aufgebrochen und beide Partner konnten individuell Schritte improvisieren. Der Tanz kann, durch wilde Kicks und Bewegungen bereichert, wild und spontan sein, aber auch cool und elegant. Später auch als „Jitterbug“ bezeichnet, verbreitete er sich zwischen 1930 und 1950 rasend schnell über den amerikanischen Kontinent. Es gibt viele unterschiedliche Stile des Lindy Hop. Die bekanntesten sind Savoy Style und Hollywood Style. Woher Lindy Hop nun seinen eigentlichen Namen hat, nun ja …. da kursieren so einige Geschichten. Die wohl bekannteste ist, dass der Tanz angeblich nach Charles Lindbergh benannt wurde, dem ersten Überquerer des Atlantiks mit einem Nonstop-Flug von New York nach Paris. Gemäß der Legende und Überlieferung von Frankie Manning feierten Bürgermeister und Journalisten an jenem Abend, an welchem die Zeitungen titelten: ‚Lucky Lindy Hops the Atlantic‘ im Savoy Ballroom und fragten einen der Tänzer, was er denn hier tue, worauf er geantwortet haben soll: „I’m doin‘ the Hop… the Lindy Hop!“ Seit Anfang der 1980er- Jahre wird Lindy Hop in Europa immer mehr zu neuem Leben erweckt. Mittlerweile werden auf der ganzen Welt, (New York, Peking, Tokio und auch ganz Europa), öffentliche Partys veranstaltet. Überall entstehen Veranstaltungen, wo man immer wieder etwas dazu lernen kann, eine faszinierende Gemeinschaft entsteht, die zusammen tanzen möchte und Spaß haben will.

 

Was ist Balboa? Klicke hier um zu lesen

Balboa ist ein Paartanz aus der Familie der Swing Tänze, der erstmals in den 30er und 40er-Jahren in Mode war und sich auch heutzutage wieder einiger Beliebtheit erfreut; so ist er auf vielen regulären Lindy Hop und Boogie Camps fester Bestandteil im Programm. Balboa ist bekannt für seine geschmeidige, enge Fußarbeit, bereichert mit vielen Shuffle Schritten, und seine enge „Brust-an-Brust“-Tanzhaltung. Balboa Tänzern war es angeblich nicht erlaubt, sich aus der geschlossenen Tanzhaltung zu lösen. Sie waren elegant gekleidete Tänzer, die nicht gerne schwitzen wollten. Balboa ist ideal für schnelle Musik. Man sagt, dass ein guter Balboa Tänzer auf jede Geschwindigkeit tanzen konnte. Der Balboa Grundschritt basiert auf 8 Zählzeiten. Wahrscheinlich hat er seinen Ursprung im Foxtrott oder/und im Charleston. Infolge Platzmangel auf der Tanzfläche entwickelte sich daraus der Balboa. Pure Balboa: Diese Version der Balboas wird sehr eng und mit viel Variation der Schritttechnik getanzt. Bal Swing: In dieser Form öffnet das Paar die sehr enge Tanzhaltung, um Drehungen und Spins zu tanzen. Nach einer Figur kommt man wieder in die enge Haltung, d. h. wieder in die Pure Balboa Form.

Was ist Shag? Klicke hier um zu lesen

Der Shag ist ein Swingtanz aus den 1930er und 1940 Jahren und wird oft in Kombination mit anderen Swing Tänzen wie Lindy Hop und Balboa getanzt. Typisch für Shag ist sein Rhytmus (slow-slow-quick-quick) und wird in enger Paartanzhaltung getanzt. Der Oberkörper bleibt ruhig und die Führungshand wird meist nach oben gestreckt. Die Beine dagegen führen schnelle Bewegungen durch.

Was ist Boogie-Woogie? Klicke hier um zu lesen

Boogie-Woogie gehört zur Familie der Swing Tänze. Er entstand in den 1940er Jahren aus dem East Coast Swing. Amerikanische Soldaten brachten den Tanz, nach dem 2. Weltkrieg, nach Europa, wo die Jugend ihn für sich entdeckte. Boogie-Woogie wird nicht ausschließlich zu Boogie Musik getanzt, sondern vorwiegend zu Rock „n“ Roll und Swing Musik. Bill Haley und Elvis Presley trugen dazu bei, den Tanz durch Ihre Musik Salonfähig zu machen.

Was ist 20s Charleston? Klicke hier um zu lesen

Wie der Name es schon sagt, ist dieser Tanzstil schon aus den 20er Jahren bekannt, und ist ein Vorläufer der Swing Tänze. Die Sängerin Josephine Baker, brachte diesen Tanz nach Europa. Im Lindy Hop findet man einen Charleston Grundschritt mit einigen Figuren. Typisch für diesen Tanz, ist das verdrehen der Füße, sodass die Beine abwechselnd mal ein X- oder O darstellen. Dieser unverwechselbare Grundschritt, der im 4/4- Takt getanzt wird, macht Spaß ihn anzusehen und auch selbst zu tanzen.

 

Was ist Rag Time? Klicke hier um zu lesen

An der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert erfreute sich Ragtime, ein musikalischer Vorläufer des Jazz, in den USA großer Beliebtheit. Passend dazu gab es die entsprechenden Tanzmoden. One Step, Two Step oder Walzer waren beliebt, und nicht zuletzt glänzte die Ära mit zahlreichen „Tiertänzen“ mit Namen wie Turkey Trot, Bunny Hug oder Grizzly Bear. Mit einer gewissen Albernheit zelebrierten sie allesamt die fortschreitende Befreiung aus zuvor steifen gesellschaftlichen Normen und Zwängen. Die Tänze sind unkompliziert, schnell zu erlernen und garantieren großen Spaß, der uns die zwanglose Ausgelassenheit vergangener Tage wie von selbst nahebringt.

RAGTIME

Was ist Blues? Klicke hier um zu lesen

Wie der Swing hat auch der Blues seinen Ursprung in afrikanischen Rhythmen und Bewegungen. Musik wie Tanz sind so vielfältig und zeitlos, dass es kaum eine einzig richtige Beschreibung dafür gibt. Entstanden ist der Tanz nicht in Ballsälen, er entwickelte sich vielmehr im Untergrund der afroamerikanischen Gesellschaft. Getanzt wird solo oder als Paar, meist zu langsamer Blues- oder Jazzmusik. Durch die sehr einfachen Grundlagen ist beim Blues die Freiheit im Tanz charakteristisch, die gemeinsame Interpretation der Musik steht im Vordergrund. Spielerisch, lässig und energiegeladen oder weich und körperbetont – die Bandbreite im Blues ist groß und erlaubt es, Tanz intensiv zu erleben.

Etwas Geschichte zu Lindy Hop - Sehr schön. Klicke hier um zu lesen

Ryan Francoise and friends zeigen die verschiedenen Stile des Swing Outs vom Lindy Hop, die Entwicklung des Tanzes und man erfährt woher der Name Lindy Hop kommt…